{"id":72273,"date":"2023-02-22T07:16:31","date_gmt":"2023-02-22T07:16:31","guid":{"rendered":"https:\/\/app-mde-blog-prd.azurewebsites.net\/?p=72152"},"modified":"2026-02-12T11:46:25","modified_gmt":"2026-02-12T11:46:25","slug":"warum-sollte-man-nachhaltiges-konsumverhalten-in-seine-einkaufspolitik-einbeziehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/nachhaltiger-arbeitsplatz\/warum-sollte-man-nachhaltiges-konsumverhalten-in-seine-einkaufspolitik-einbeziehen\/","title":{"rendered":"Warum sollte man nachhaltiges Konsumverhalten in seine Einkaufspolitik einbeziehen?"},"content":{"rendered":"<figure class=\"post-hero\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-73931 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Warum_sollte_man_nachhaltiges_Konsumverhalten_in_seine_Einkaufspolitik_einbeziehen.png\" alt=\"\" width=\"717\" height=\"478\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Warum_sollte_man_nachhaltiges_Konsumverhalten_in_seine_Einkaufspolitik_einbeziehen.png 717w, \/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Warum_sollte_man_nachhaltiges_Konsumverhalten_in_seine_Einkaufspolitik_einbeziehen-300x200.png 300w\" sizes=\"(max-width: 717px) 100vw, 717px\" \/><\/figure>\n<div class=\"post-content\">\n<p><b>Nachhaltiges Konsumverhalten ist eines der wichtigsten Ziele f\u00fcr nachhaltige Entwicklung, die von allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedet wurden. Unsere Konsumgewohnheiten und Produktionsweisen basieren seit Langem auf der Ausbeutung der Umwelt und ihrer Ressourcen, die sich nach wie vor zerst\u00f6rerisch auf den Planeten auswirken. W\u00e4hrend dieser Gedanke von Regierungen und der breiten \u00d6ffentlichkeit weitgehend \u00fcbernommen wurde, m\u00fcssen auch Unternehmen ihn unbedingt in ihre Beschaffungspolitik integrieren. Es geht um die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen und um ihre wirtschaftliche Leistung.<\/b><\/p>\n<h2>Was ist nachhaltiger Konsum?<\/h2>\n<p>Da sich die globale Erw\u00e4rmung beschleunigt, die Energienachfrage steigt und die Welt bereits jetzt mit einer Ressourcenknappheit konfrontiert ist, wird es immer dringender, dass wir auf nachhaltige Weise produzieren und konsumieren.<\/p>\n<p>Im Bericht der Brundtland-Kommission (1987) wurde nachhaltiger Konsum definiert als: \u201e<i>Die Nutzung von Dienstleistungen und Produkten, die Grundbed\u00fcrfnisse befriedigen und zur Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t beitragen, w\u00e4hrend gleichzeitig die Menge der verwendeten nat\u00fcrlichen Ressourcen und toxischen Materialien sowie die Menge an Abf\u00e4llen und Schadstoffen, die w\u00e4hrend des gesamten Lebenszyklus der Dienstleistung oder des Produkts entstehen, auf ein Minimum reduziert wird, sodass die Bed\u00fcrfnisse k\u00fcnftiger Generationen befriedigt werden k\u00f6nnen.\u201c<\/i><\/p>\n<p>Das daraus resultierende \u00fcbergeordnete Ziel lautet: <b>\u201e<\/b><i><b>Mit weniger mehr und Besseres leisten.\u201c<\/b><\/i> Vor diesem Hintergrund sollte Wirtschaftswachstum nicht mehr mit Umweltzerst\u00f6rung, sondern mit nachhaltiger Entwicklung verbunden sein. Dazu m\u00fcssen wir die Art und Weise \u00e4ndern, wie wir produzieren und konsumieren, indem wir Ressourcen effizienter nutzen und nachhaltigere Modelle (Governance-Modelle, Lebensentw\u00fcrfe und Gesch\u00e4ftsmodelle) f\u00f6rdern.<\/p>\n<h2>Nachhaltiger Konsum vs. verantwortungsvoller Konsum<\/h2>\n<p>Nachhaltiger Konsum und verantwortungsvoller Konsum werden oft miteinander verwechselt. Diese beiden Begriffe stehen jedoch f\u00fcr zwei unterschiedliche Konzepte.<\/p>\n<p><b>Nachhaltiger Konsum<\/b> konzentriert sich ausschlie\u00dflich auf die Erhaltung von Ressourcen und der Umwelt. In der Regel sind damit drei Aspekte gemeint, die sowohl f\u00fcr Einzelpersonen als auch f\u00fcr Organisationen gelten:<\/p>\n<ul>\n<li><b>Besser einkaufen<\/b>: z.B. umweltfreundlichere Produkte kaufen.<\/li>\n<li><b>Besser<\/b> <b>konsumieren<\/b>: weniger verschwenden, den eigenen Bedarf besser einsch\u00e4tzen usw.;<\/li>\n<li><b>Weniger wegwerfen<\/b>: das Ende des Produktlebenszyklus \u00fcberdenken (Recycling, Wiederverwendung, Verwendung von Gebrauchtwaren usw.)<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Verantwortungsvoller Konsum<\/b> hingegen bezieht sich auf das Konzept der Verantwortung im weiteren Sinne und bezeichnet einen Konsum, der die Umwelt respektiert und soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit f\u00f6rdert.<\/p>\n<h2>Warum sollte man auf nachhaltigen Konsum setzen?<\/h2>\n<p>Wenn die Einkaufsabteilungen das Konzept der Nachhaltigkeit in ihre Agenda aufnehmen, ergeben sich daraus drei wesentliche Vorteile.<\/p>\n<h2>1. Senkung der Kosten<\/h2>\n<p>Bei diesem Ansatz nehmen die Unternehmen die Gesamtkosten f\u00fcr die Beschaffung ihrer Produkte und Dienstleistungen genauer unter die Lupe. Sie werden einen Plan zur Senkung ihrer Energiekosten (Wasser, Strom usw.) aufstellen oder auch ihren eigenen Verbrauch einschr\u00e4nken.<\/p>\n<h2>2. <b>Verringerung der Risiken<\/b><\/h2>\n<p>Durch die Ber\u00fccksichtigung der Nachhaltigkeit in ihrer Beschaffungspolitik k\u00f6nnen sich Unternehmen vor bestimmten Risiken sch\u00fctzen, insbesondere in Bezug auf ihr Unternehmensimage und ihre Beschaffung, die sich finanziell auf den Wert der Marke auswirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>3. Steigerung der Einnahmen<\/h2>\n<p>Unternehmen k\u00f6nnen durch Innovationen bei umweltfreundlichen Produkten und\/oder Dienstleistungen, Preiserh\u00f6hungen oder Recyclingprogramme zus\u00e4tzliche Einnahmen erzielen. Viele Unternehmen verzeichnen dank ihrer neuen \u201egr\u00fcnen\u201c Angebote ein Umsatzwachstum!<\/p>\n<h2>Der konkrete Fall von PepsiCo<\/h2>\n<p>Das Gebot <i>\u201emit weniger mehr und Besseres leisten\u201c<\/i> kann f\u00fcr Unternehmen zweifellos finanzielle Vorteile bringen. Der Fall von PepsiCo und seinem Programm f\u00fcr \u00f6kologische Nachhaltigkeit ist in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich.<\/p>\n<p>Vor einigen Jahren gab PepsiCo bekannt, dass es seinen Betriebswasserverbrauch im Vergleich zu einem zehn Jahre zuvor ermittelten Referenzwert um 26% gesenkt hatte. Damit \u00fcbertraf der US-amerikanische multinationale Lebensmittelkonzern sein urspr\u00fcngliches Ziel von 20%. Zus\u00e4tzlich zu den positiven Auswirkungen auf die Umwelt <b>hatte PepsiCo nach eigenen Angaben<\/b> dank seiner Wassersparma\u00dfnahmen in vier Jahren <b>mehr als 80 Millionen Dollar eingespart.<\/b><\/p>\n<p>Als Teil eines viel umfassenderen Programms zur \u00f6kologischen Nachhaltigkeit konnte das Unternehmen durch dieses Projekt dank seiner kontinuierlichen Fortschritte in den Bereichen Wasser, Energie, Verpackung und Abfallreduzierung in f\u00fcnf Jahren mehr als 600 Millionen US-Dollar einsparen.<\/p>\n<p>Al Halvorsen, der damalige Senior Director Environmental Sustainability Global Operations, erkl\u00e4rte gegen\u00fcber den Medien: <i>\u201eDer sparsame Umgang mit Wasser in unserem globalen Unternehmen kann einen gro\u00dfen Einfluss auf unsere Gemeinden und unseren Planeten haben. Aus gesch\u00e4ftlicher Sicht helfen uns diese Bem\u00fchungen, unsere Betriebskosten zu senken. Indem wir mit weniger mehr erreichen, k\u00f6nnen wir unsere landwirtschaftlichen Ertr\u00e4ge steigern, unsere Wasserinfrastruktur st\u00e4rken und Kosteneinsparungen erzielen.\u201c<\/i><\/p>\n<h2>Die Kreislaufwirtschaft: Ein Hebel f\u00fcr nachhaltigen Konsum<\/h2>\n<p>Die Kreislaufwirtschaft zielt darauf ab, die Ressourcen besser zu nutzen, um Verschwendung und Umweltauswirkungen auf nachhaltige Weise zu begrenzen. Dieses Konzept steht im Gegensatz zur linearen Wirtschaft, die auf dem Prinzip \u201eproduzieren, konsumieren, wegwerfen\u201c basiert. Die Tatsache, dass die <b>Lebensdauer von Produkten in einer Kreislaufwirtschaft unbegrenzt verl\u00e4ngert wird<\/b>, ist ein gewaltiger Hebel zugunsten eines nachhaltigen Konsums.<\/p>\n<p>Frans Timmermans, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Vizepr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Kommission f\u00fcr den Gr\u00fcnen Deal erkl\u00e4rt: <i>\u201eUm bis 2050 Klimaneutralit\u00e4t zu erreichen, unsere nat\u00fcrliche Umwelt zu erhalten und unsere wirtschaftliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu st\u00e4rken, muss unsere Wirtschaft vollst\u00e4ndig kreislauforientiert sein. Heute ist sie im Wesentlichen noch linear, da nur 12% der Sekund\u00e4rmaterialien und Ressourcen wieder in den Kreislauf zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Viele Produkte gehen zu schnell kaputt, k\u00f6nnen nicht wiederverwendet, repariert oder recycelt werden oder sind nur f\u00fcr einen einmaligen Gebrauch bestimmt. Es gibt ein enormes Potenzial, das sowohl f\u00fcr Unternehmen als auch f\u00fcr Verbraucher erschlossen werden kann.\u201c<\/i><\/p>\n<p>Die Kreislaufwirtschaft, die f\u00fcr einen sparsamen und effizienten Umgang mit Materialien und Energie steht, bietet den Unternehmen sieben L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr ihr Handeln:<\/p>\n<ul>\n<li><b>Die nachhaltige Beschaffung<\/b> zielt darauf ab, Ressourcen effizient zu gewinnen und zu nutzen, indem Abf\u00e4lle und Umweltauswirkungen begrenzt werden, insbesondere im Hinblick auf Energie, Mineralien, land- und forstwirtschaftliche Ressourcen;<\/li>\n<li><b>\u00d6kodesign<\/b> bedeutet, den gesamten Lebenszyklus eines Produkts oder einer Dienstleistung zu ber\u00fccksichtigen und dabei die Umweltauswirkungen zu minimieren, und zwar bereits bei der Konzeption;<\/li>\n<li><b>Die industrielle und territoriale \u00d6kologie<\/b>, auch Industriesymbiose genannt, ist eine Methode der zwischenbetrieblichen Organisation, welche es erm\u00f6glicht, die Ressourcen (Energie, Materialien, Abf\u00e4lle, Ausr\u00fcstung und Know-how) auf demselben Gebiet zu optimieren;<\/li>\n<li><b>Die funktionale \u00d6konomie<\/b>, auch \u00d6konomie der Nutzung genannt, besteht darin, die Nutzung eines Produkts zu kaufen, ohne das Eigentum daran zu erwerben;<\/li>\n<li><b>Verantwortungsbewusster Konsum<\/b> bezieht sich auf den Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung, bei dem die Umweltauswirkungen in jeder Phase des Lebenszyklus ber\u00fccksichtigt werden;<\/li>\n<li><b>Die Verl\u00e4ngerung der Nutzungsdauer<\/b> beinhaltet die Wiederverwendung, den Verkauf oder die Spende von Produkten usw.;<\/li>\n<li><b>Recycling<\/b> bedeutet die Verwendung von Rohstoffen aus Abf\u00e4llen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>W\u00e4hrend Kostensenkung, Risikomanagement und der Beitrag zur CSR-Strategie (Corporate Social Responsibility) zu den Hauptpriorit\u00e4ten der Einkaufsabteilungen z\u00e4hlen, scheint der nachhaltige Konsum ein idealer, vielseitiger Hebel zu sein. Es liegt nun an den Eink\u00e4ufern, sich die notwendigen F\u00e4higkeiten anzueignen, um eine verantwortungsvolle, auf Nachhaltigkeit basierende Beschaffungspolitik zu entwickeln.<\/b><\/p>\n<p>Wenn Sie mehr erfahren m\u00f6chten, laden Sie unser <a href=\"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/buying-better\/beschaffung-und-csr-politik\/\">Whitepaper<\/a> herunter, um zu verstehen, wie Sie die CSR-Strategie in den Mittelpunkt der Einkaufspolitik Ihres Unternehmens stellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltiges Konsumverhalten ist eines der wichtigsten Ziele f\u00fcr nachhaltige Entwicklung, die von allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedet wurden. Unsere Konsumgewohnheiten und Produktionsweisen basieren seit Langem auf der Ausbeutung der Umwelt und ihrer Ressourcen, die sich nach wie vor zerst\u00f6rerisch auf den Planeten auswirken. 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