{"id":72302,"date":"2023-03-22T08:30:47","date_gmt":"2023-03-22T08:30:47","guid":{"rendered":"https:\/\/app-mde-blog-prd.azurewebsites.net\/?p=72178"},"modified":"2026-05-26T14:06:06","modified_gmt":"2026-05-26T14:06:06","slug":"wie-wirkt-sich-die-richtlinien-auf-die-einfuehrung-der-kreislaufwirtschaft-in-europa-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/nachhaltiger-arbeitsplatz\/wie-wirkt-sich-die-richtlinien-auf-die-einfuehrung-der-kreislaufwirtschaft-in-europa-aus\/","title":{"rendered":"Wie wirkt sich die Richtlinien auf die Einf\u00fchrung der Kreislaufwirtschaft in Europa aus?"},"content":{"rendered":"<figure class=\"post-hero\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-73718 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Wie_wirkt_sich_die_Richtlinien_auf_die_Einfuhrung_der_Kreislaufwirtschaft_in_Europa_aus.png\" alt=\"\" width=\"717\" height=\"478\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Wie_wirkt_sich_die_Richtlinien_auf_die_Einfuhrung_der_Kreislaufwirtschaft_in_Europa_aus.png 717w, \/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Wie_wirkt_sich_die_Richtlinien_auf_die_Einfuhrung_der_Kreislaufwirtschaft_in_Europa_aus-300x200.png 300w\" sizes=\"(max-width: 717px) 100vw, 717px\" \/><\/figure>\n<div class=\"post-content\">\n<p>Reparatur von Gebrauchtwaren, Handel mit Secondhand-Bekleidung, W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung aus Abwasser\u2026 Die Kreislaufwirtschaft ist ein Wirtschaftsmodell, bei dem G\u00fcter und Dienstleistungen auf nachhaltige Weise hergestellt werden. Ihr Ziel ist es, die Verschwendung (Rohstoffe, Wasser, Energie) und die <a href=\"https:\/\/www.manutan.de\/de\/oid\/abfallentsorgung#productBeginIndex:0&amp;\">Abfallproduktion<\/a> zu begrenzen, um den \u00f6kologischen Wandel zu unterst\u00fctzen. Das Kreislaufmodell basiert auf einem nachhaltigen Ressourcenmanagement und neuen Produktions- und Verbrauchsformen und steht damit dem linearen \u201eWegwerfmodell\u201c gegen\u00fcber. Da die Kreislaufwirtschaft in Europa an Boden gewinnt, stellt sich die Frage, welchen Einfluss die Richtlinien auf strategische Entscheidungen in Unternehmen haben.<\/p>\n<h2>EU-Richtlinien: Gleiche Spielregeln f\u00fcr alle<\/h2>\n<p>Zuallererst legt die Richtlinien den Grundstein f\u00fcr dieses neue Modell. Dann ist es m\u00f6glich, eine Vision und einen Ma\u00dfnahmenplan zu teilen und den Dialog zwischen den verschiedenen Stakeholdern zu er\u00f6ffnen.<\/p>\n<h2>Eine gemeinsame Vision<\/h2>\n<p>Durch die Festlegung <b>langfristiger Richtlinien, welche f\u00fcr alle gleich sein m\u00fcssen,<\/b> erweisen sich diese als ein echter Gamechanger f\u00fcr den Wandel. Heute zeichnet sich klarer ab, was an Regulierung auf europ\u00e4ischer Ebene erwartet wird.<\/p>\n<p>Im Rahmen des Pariser Abkommens hat sich die Europ\u00e4ische Union verpflichtet, <b>bis 2050 klimaneutral<\/b> zu werden, und hat den Gr\u00fcnen Deal ins Leben gerufen. Das EU-Klimagesetz, welches im M\u00e4rz 2020 in Kraft getreten ist, hat diese Zusage in eine bindende Verpflichtung umgewandelt und ein Zwischenziel festgelegt: Die Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55% (im Vergleich zum Stand von 1990).<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund hat die Europ\u00e4ische Kommission ihr erstes Ma\u00dfnahmenpaket vorgeschlagen, um den \u00dcbergang zu einer Kreislaufwirtschaft in Europa zu beschleunigen. Damit soll die gro\u00dfe Mehrheit der G\u00fcter auf dem europ\u00e4ischen Markt kreislauforientierter, umweltfreundlicher und energieeffizienter werden.<\/p>\n<p>Das Programm beinhaltet:<\/p>\n<ul>\n<li>F\u00f6rderung nachhaltiger Produkte;<\/li>\n<li>Erweiterte Herstellerverantwortung;<\/li>\n<li>Harmonisierung der Sammelsysteme;<\/li>\n<li>Verst\u00e4rkte Nutzung von recycelten Materialien\u2026<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alle Unternehmen m\u00fcssen ihre Roadmap in diesem Geiste ausarbeiten, um die Ziele zu erreichen und ihre Kohlenstoffemissionen zu reduzieren (Scope 1, 2 und 3).<\/p>\n<h2>Bedeutung eines kollaborativen Ansatzes<\/h2>\n<p>In diesem Prozess ist der Austausch von entscheidender Bedeutung, um die europ\u00e4ischen Aktionspl\u00e4ne festzulegen und dokumentierte Ausnahmen f\u00fcr bestimmte Produktkategorien zu identifizieren. Die Richtlinien bedeuten, ein echtes <b>Gleichgewicht zwischen mehreren Problemfeldern<\/b> zu finden, um zu vermeiden, dass durch die Regulierung eines <b>Problems<\/b> ein zweites entsteht und die Zw\u00e4nge, f\u00fcr die L\u00f6sungen gefunden werden m\u00fcssen, noch verst\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>Wie St\u00e9phan Arino, Direktor f\u00fcr Public Affairs in Westeuropa bei Tomra und ein wichtiger Akteur bei der Umsetzung von Vorschriften, erkl\u00e4rt: <i><b>\u201eDas Wichtigste ist der Dialog.<\/b><\/i> <i>Die Diskussion mit den Interessengruppen, um gemeinsam eine Verpflichtung aufzubauen, ein echtes konstruktives Gesetz. Es hat uns jedes Mal Zeit gekostet, aber am Ende sind daraus Systeme<\/i> <i>entstanden, die heute robust<\/i> <i>und langlebig sind.\u201c<\/i><\/p>\n<p>Es ist wichtig, alle Herausforderungen und Probleme zu ber\u00fccksichtigen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man sich keine ehrgeizigen Ziele setzen sollte, ganz im Gegenteil. Aber es geht darum, realistisch zu bleiben und ein Ziel f\u00fcr 10 oder 20 Jahre zu definieren, welches gut erreicht werden kann, und zwar mit gegenseitigem Respekt.<\/p>\n<h2>Richtlinien: Ein echter Hebel f\u00fcr die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft in Europa<\/h2>\n<p>In einer linearen Wirtschaft wird abgebaut, produziert und verkauft. Das gesamte Produktions- und Vertriebssystem ist als profitables Modell organisiert. Viele Verhaltensmuster von Unternehmen und Verbrauchern orientieren sich an diesem System und sind daher trotz des Umweltbewusstseins nur schwer zu durchbrechen. Die unmittelbare Folge ist, dass viele Modelle der Kreislaufwirtschaft heute noch nicht rentabel sind oder sich noch in der Testphase befinden. Aus diesem Grund spielt die Regulierung eine Schl\u00fcsselrolle, um <b>die Entwicklung dieser umweltfreundlichen Ans\u00e4tze in Europa<\/b> <b>voranzutreiben.<\/b><\/p>\n<h2>Unterst\u00fctzung vorbildhafter Initiativen<\/h2>\n<p>Der Regulierung kommt eine wesentliche Rolle zu, ebenso wie der \u00f6ffentlichen Hand in Form von <b>Subventionen<\/b>. Diese Finanzhilfen kurbeln <b>Innovationen an und ziehen eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Akteuren<\/b> <b>an.<\/b> Es ist ein Weg, das Wirtschaftsmodell von morgen so zu strukturieren, sodass es produktiver wird. Auf den ersten Blick ist die Kreislaufwirtschaft nicht unbedingt die lukrativste L\u00f6sung, aber es ist der Gesellschaftsvertrag auf der Ebene jedes Landes (und Europas), der letztendlich dar\u00fcber entscheidet, was m\u00f6glich ist und was nicht.<\/p>\n<h2>Das durchsetzen, was Sinn macht<\/h2>\n<p>Es gibt auch <b>verbindliche Regelungen, die Unsinniges beseitigen<\/b>. Angesichts des franz\u00f6sischen Verbots der Vernichtung unverkaufter Waren f\u00fchren viele Marken Ausschreibungen durch, um neue L\u00f6sungen zu finden, da sie in der Vergangenheit durch einen Dienstleistungsvertrag mit Entsorgungsunternehmen gebunden waren. Ohne dieses Verbot h\u00e4tte dies noch endlos so weitergehen k\u00f6nnen. Jetzt bauen diese Akteure ein Netzwerk von verantwortungsbewussten Lieferanten auf, um die Vorschriften umzusetzen.<\/p>\n<h2>Nachhaltige L\u00f6sungen f\u00f6rdern<\/h2>\n<p>Die Richtlinien k\u00f6nnen auch zu einer <b>Wettbewerbsverzerrung<\/b> mit positiver Auswirkung auf die umweltfreundliche L\u00f6sung f\u00fchren. Sie k\u00f6nnen einen Wirtschaftsakteur \u00fcber die \u00f6kologische \u00dcberzeugung hinaus dazu zwingen, sich von innen heraus zu ver\u00e4ndern, wenn er einen Markt nicht verlieren will. Nach dem Beispiel des Anti-Verschwendungsgesetzes f\u00fcr eine Kreislaufwirtschaft will die Europ\u00e4ische Union das europ\u00e4ische \u00f6ffentliche Auftragswesen voll und ganz im Sinne der Nachhaltigkeit gestalten. Es geht darum, \u00f6ffentliche Auftraggeber und Gebietsk\u00f6rperschaften aufzufordern, in nachhaltige Infrastrukturen zu investieren und einer nachhaltigen Beschaffung (nachhaltige Produkte und\/oder Produkte aus der Kreislaufwirtschaft) den Vorzug zu geben, um den \u00f6kologischen Wandel zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<h2>Eine neue Denkweise vermitteln<\/h2>\n<p>Manchmal sind es auch einfach nur die <b>Bezeichnungen<\/b>, die den Fortschritt verhindern, wie z.B. der Begriff \u201eAbfall\u201c bei Elektronikerzeugnissen. In der Vergangenheit wurde ein Produkt, sobald es nicht mehr verwendet wurde, als Abfall gelistet. Dar\u00fcber herrschte allgemeiner Konsens und die Produkte wurden buchhalterisch abgeschrieben. Au\u00dferdem war es f\u00fcr die Recycling-Unternehmen ein lukratives Gesch\u00e4ft. Heute legt die <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/EN\/TXT\/HTML\/?uri=CELEX:32018L0851&amp;from=FR\"><b>Richtlinie<\/b> <b>2018\/851<\/b><\/a> des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 2018 (zur \u00c4nderung der <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/EN\/TXT\/HTML\/?uri=CELEX:32008L0098&amp;from=FR\"><b>Richtlinie 2008\/98\/EG<\/b><\/a> \u00fcber Abf\u00e4lle) die Hierarchie der Abfallbehandlungsmethoden fest und erm\u00f6glicht in bestimmten F\u00e4llen eine \u201eEntlassung aus dem Abfallstatus\u201c.<\/p>\n<h2>Einen entwicklungsf\u00f6rdernden Rahmen schaffen<\/h2>\n<p>Die Regulierung muss schlie\u00dflich dazu dienen, <b>Gesetzesl\u00fccken zu schlie\u00dfen,<\/b> betont St\u00e9phan Arino: <i>\u201eWenn man ein Einzelh\u00e4ndler ist und Secondhand-Waren verkauft, wie sieht es dann mit der Haftung f\u00fcr fehlerhafte Produkte aus? Wer \u00fcberpr\u00fcft die Produkte, ein Lagerarbeiter oder der Kundendienst? Kann ich sie weiterverkaufen? Wie kann man eine Lebensdauer von 10, 15, 20, 25 Jahren gew\u00e4hrleisten?\u201c<\/i> Klare Vorschriften er\u00f6ffnen ebenfalls M\u00f6glichkeiten und erm\u00f6glichen es, den Ans\u00e4tzen der Kreislaufwirtschaft in Europa einen Rahmen zu geben.<\/p>\n<p>Angesichts dieser zahlreichen Gr\u00fcnde scheint es unverzichtbar, dass man <b>sich \u00fcber die bestehenden und geplanten Regelungen zur Kreislaufwirtschaft in der eigenen Branche auf dem Laufenden h\u00e4lt<\/b> und diese auch innerhalb jedes Unternehmens umfassend kommuniziert. In f\u00fcnf oder zehn Jahren kennt ein Unternehmen seinen Gesch\u00e4ftsplan und kann sich vorstellen, diese Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft in seine Entwicklung einzubeziehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen laden Sie gerne unser Whitepaper \u201e<a href=\"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/buying-better\/beschaffung-und-csr-politik\/\">Einkaufspolitik und CSR<\/a>\u201c herunter.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reparatur von Gebrauchtwaren, Handel mit Secondhand-Bekleidung, W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung aus Abwasser\u2026 Die Kreislaufwirtschaft ist ein Wirtschaftsmodell, bei dem G\u00fcter und Dienstleistungen auf nachhaltige Weise hergestellt werden. Ihr Ziel ist es, die Verschwendung (Rohstoffe, Wasser, Energie) und die Abfallproduktion zu begrenzen, um den \u00f6kologischen Wandel zu unterst\u00fctzen. 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