{"id":72548,"date":"2024-08-27T10:00:02","date_gmt":"2024-08-27T10:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/app-mde-blog-prd.azurewebsites.net\/?p=72331"},"modified":"2026-02-12T10:31:21","modified_gmt":"2026-02-12T10:31:21","slug":"wie-bekommt-man-die-lebenszyklusanalyse-lca-in-den-griff-um-fuer-eine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/nachhaltiger-arbeitsplatz\/wie-bekommt-man-die-lebenszyklusanalyse-lca-in-den-griff-um-fuer-eine\/","title":{"rendered":"Wie bekommt man die Lebenszyklusanalyse (LCA) in den Griff, um f\u00fcr eine nachhaltige und strategische Beschaffung zu sorgen?"},"content":{"rendered":"<figure class=\"post-hero\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-73481 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Wie_bekommt_man_die_Lebenszyklusanalyse__LCA__in_den_Griff__um_fur_eine_nachhaltige_und_strategische_Beschaffung_zu_sorgen.png\" alt=\"\" width=\"717\" height=\"478\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Wie_bekommt_man_die_Lebenszyklusanalyse__LCA__in_den_Griff__um_fur_eine_nachhaltige_und_strategische_Beschaffung_zu_sorgen.png 717w, \/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Wie_bekommt_man_die_Lebenszyklusanalyse__LCA__in_den_Griff__um_fur_eine_nachhaltige_und_strategische_Beschaffung_zu_sorgen-300x200.png 300w\" sizes=\"(max-width: 717px) 100vw, 717px\" \/><\/figure>\n<div class=\"post-content\">\n<p>Um sich von der Konkurrenz abzuheben, bem\u00fchen sich Organisationen, ihre Umweltauswirkungen zu verringern und gleichzeitig ihre wirtschaftliche Leistung zu steigern. Dazu bedarf es insbesondere des Zugangs zu verl\u00e4sslichen und transparenten Daten, um fundierte Entscheidungen treffen zu k\u00f6nnen. Vor diesem Hintergrund ist die Lebenszyklusanalyse (LCA) ein wichtiges Instrument zur Bewertung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen w\u00e4hrend ihres gesamten Lebenszyklus. Viele Unternehmen haben bereits erkannt, wie wichtig es ist, die Umweltauswirkungen der Produkte und\/oder Dienstleistungen zu kennen, die sie anbieten bzw. einkaufen.<\/p>\n<h2>Was ist eine Lebenszyklusanalyse (LCA)?<\/h2>\n<p>Die Lebenszyklusanalyse ist eine Bewertungsmethode, mit der <b>die Umweltauswirkungen<\/b> eines Produkts, einer Dienstleistung oder eines Prozesses unter Ber\u00fccksichtigung aller Phasen des Lebenszyklus <b>quantifiziert<\/b> werden sollen. Dadurch erh\u00e4lt jedes Unternehmen einen umfassenden \u00dcberblick, der weit \u00fcber den CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck hinausgeht.<\/p>\n<p>Dr. Rukayya Ibrahim Muazu, LCA-Expertin am Grantham Centre for Sustainable Futures, f\u00fcgt hinzu: <i>\u201eDie LCA ist das anerkannteste Instrument zur Bewertung der potenziellen Umweltauswirkungen von Produkten oder Prozessen. Eine der St\u00e4rken der LCA ist ihre F\u00e4higkeit, eine <\/i><i><b>Vielzahl von Produkten und Prozessen<\/b><\/i><i> zu ber\u00fccksichtigen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sie flexibel ist und bereits vor der Herstellung des Produkts durchgef\u00fchrt werden kann. Es kann aber sein, dass bestimmte Aspekte des Prozesses erst nach dem Produktionsstart zutage treten. Dann kann es notwendig sein, die LCA im Laufe des Prozesses zu aktualisieren, was durchaus m\u00f6glich ist.\u201c<\/i><\/p>\n<p>Die Lebenszyklusanalyse (LCA) hat sich daher als <b>Referenzmethode<\/b> f\u00fcr die Bewertung von Umweltauswirkungen durchgesetzt, da sie einen \u201eLebenszyklus-Ansatz&#8221; mit einem \u201emultikriteriellen Ansatz\u201c kombiniert. Au\u00dferdem ist sie mittlerweile weltweit standardisiert, und zwar durch die <a href=\"https:\/\/www.iso.org\/standard\/37456.html\">internationalen Normen ISO 14040<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.iso.org\/standard\/38498.html\">14044<\/a> zum Umweltmanagement.<\/p>\n<h3>Der \u201eLebenszyklus\u201c-Ansatz<\/h3>\n<p>Zun\u00e4chst einmal bedeutet die Durchf\u00fchrung einer Lebenszyklusanalyse, dass eine Bestandsaufnahme aller mit einer Aktivit\u00e4t verbundenen Material- und Energiestr\u00f6me vorgenommen wird, wobei alle Phasen des Lebenszyklus unter die Lupe genommen werden.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren insbesondere drei wichtige Schritte:<\/p>\n<ol>\n<li><b>Die Entstehung oder Erstellung eines Produkts<\/b>: die Gewinnung, Verarbeitung und Beschaffung von Rohstoffen, dann die Herstellung, Montage und Verpackung, der Vertrieb und die Vermarktung des Produkts<\/li>\n<li><b>Das Leben eines Produkts<\/b>: Transport, Auspacken, Nutzung, Instandhaltung usw.<\/li>\n<li><b>Das Lebensende eines Produkts<\/b>: Sammlung, Transport, Recycling, Abfallbehandlung usw.<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Der \u201emultikriterielle\u201c Ansatz<\/h3>\n<p>Bei der LCA geht es auch darum, <b>alle ein- und ausgehenden Str\u00f6me zu analysieren<\/b>. Dazu geh\u00f6rt alles, was in den Herstellungsprozess einflie\u00dft, aber auch s\u00e4mtliche Auswirkungen verschiedenster Art dieses Prozesses. Auf der Seite der eingehenden Str\u00f6me stehen die Ressourcen Wasser, Energie oder Rohstoffe. Bei den ausgehenden Str\u00f6men geht es um Treibhausgasemissionen, Fl\u00fcssigabf\u00e4lle usw.<\/p>\n<p>Ziel ist es, diese <b>zu berechnen und sie anschlie\u00dfend mit Indikatoren <\/b>f\u00fcr Umweltauswirkungen (Klimawandel, Versauerung, Eutrophierung, Ersch\u00f6pfung nat\u00fcrlicher Ressourcen usw.) zu <b>verkn\u00fcpfen<\/b>.<\/p>\n<h2>Die verschiedenen Phasen der Lebenszyklusanalyse<\/h2>\n<p>Die Methodik der LCA ist in vier Phasen gegliedert, von der Festlegung des Untersuchungsrahmens bis hin zur Interpretation der Ergebnisse.<\/p>\n<h3>1. Definition des Ziels und des Umfangs der Untersuchung<\/h3>\n<p>Dieser erste Schritt beinhaltet die Definition des <b>Zwecks, des Ziels, der Funktionseinheit<\/b> sowie der Grenzen des zu analysierenden Systems.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Die Funktionseinheit bezeichnet die Ma\u00dfeinheit, die zur Bewertung der Leistung des Produkts im Rahmen der Untersuchung herangezogen wird. Beispielsweise Watt f\u00fcr eine Gl\u00fchbirne.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>2. Lebenszyklusinventar<\/h3>\n<p>Danach geht es an die Datenerhebung. Es geht darum, <b>alle eingehenden und ausgehenden Str\u00f6me<\/b> \u00fcber alle Phasen des Lebenszyklus hinweg zu <b>quantifizieren<\/b>. Diese Daten werden in Beziehung zur zuvor festgelegten Funktionseinheit gesetzt.<\/p>\n<h3>3. Bewertung der Auswirkungen<\/h3>\n<p>Die gesammelten Daten werden dann <b>in potenzielle Umweltauswirkungen umgewandelt<\/b>, meist mithilfe von Software. Es werden zwei Kategorien von Auswirkungen erfasst: <i>Midpoints<\/i> und <i>Endpoints<\/i>, die sich in der Mitte bzw. am Ende der Kausalit\u00e4tskette befinden.<\/p>\n<h3>4. Die Auswertung der Ergebnisse<\/h3>\n<p>Dieser letzte Schritt besteht darin, zu best\u00e4tigen, dass die erzielten Ergebnisse <b>den urspr\u00fcnglich festgelegten Zielen entsprechen<\/b>. Dadurch k\u00f6nnen in der Regel Verbesserungsm\u00f6glichkeiten identifiziert und Entscheidungen zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung getroffen werden.<\/p>\n<h2>LCA: Wie kann man sie im Unternehmen anwenden?<\/h2>\n<p>Die Lebenszyklusanalyse ist ein gro\u00dfartiges Instrument zur Entscheidungsfindung und Strategieentwicklung. Unternehmen nutzen sie vor allem im Rahmen eines <b>\u00d6kodesign-Ansatzes<\/b>. Dies erm\u00f6glicht es ihnen, \u00f6kologische Fragestellungen systematisch in die Entwicklung ihrer T\u00e4tigkeit einzubeziehen. Das Ziel: Die negativen Auswirkungen auf die Umwelt so weit wie m\u00f6glich zu reduzieren, bei gleichwertigem oder sogar h\u00f6herem Leistungsangebot. Die Herausforderung besteht darin, <b>ein Gleichgewicht<\/b> zwischen den technischen, wirtschaftlichen, \u00f6kologischen und sozialen Anforderungen zu <b>erreichen<\/b>.<\/p>\n<p>Nachdem Unternehmen die Umweltleistung ihrer Produkte und\/oder Dienstleistungen verbessert haben, wollen sie <b>diese Ergebnisse ihren Kunden nat\u00fcrlich auch mitteilen<\/b>. Schlie\u00dflich ist es wichtig, deren \u00f6kologischen und technischen Mehrwert auf dem Markt herauszustellen. Einige Akteure gehen sogar so weit, dass sie auf der Grundlage dieser Methodik ihren eigenen <a href=\"https:\/\/www.manutan.de\/de\/oid\/peis\">\u00d6ko-Score<\/a> erstellen.<\/p>\n<p>Jedes Unternehmen ist so in der Lage, die Umweltprobleme rund um seine Aktivit\u00e4ten zu identifizieren, einen aussagekr\u00e4ftigen Vergleich zwischen Produkten anzustellen und sich schlie\u00dflich um eine Kommunikation mit klaren Argumenten zu bem\u00fchen. Die LCA stellt somit ein gro\u00dfartiges Mittel dar, um <b>k\u00fcnftige Vorschriften zu antizipieren,<\/b> seine Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu verbessern und den Umsatz zu steigern.<\/p>\n<h2>Lebenszyklusanalyse im Dienste des Einkaufs<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Einkaufsfunktion ist die LCA ein wichtiger Hebel, um die Auswahl von Produkten mit geringeren Umweltauswirkungen zu f\u00f6rdern und so <b>ihre verantwortungsvolle Beschaffungspolitik zu st\u00e4rken<\/b>. Dabei stehen ihnen mehrere M\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h3>Anpassung des Lieferanten-<i>Sourcings<\/i><\/h3>\n<p>Zun\u00e4chst k\u00f6nnen die Einkaufsabteilungen von ihren Lieferanten verlangen, Informationen \u00fcber den \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck ihrer Produkte und\/oder Dienstleistungen mitzuteilen. Dies kann \u00fcbrigens auch in die Vertragsklauseln aufgenommen werden. Mithilfe der LCA k\u00f6nnen die Eink\u00e4ufer dann ihre Lieferanten, aber vor allem die Produkte und Dienstleistungen, die sie bei ihnen kaufen, anhand von Umweltkriterien vergleichen.<\/p>\n<h3>Optimierung der Produktauswahl<\/h3>\n<p>Anschlie\u00dfend k\u00f6nnen die Einkaufsabteilungen mit diesen Lieferanten zusammenarbeiten, um ihre Produktauswahl zu optimieren. Dies bedeutet, dass sie ihren Produktverbrauch analysieren und dann einen Teil dieser Produkte durch Artikel mit geringeren Umweltauswirkungen und gleichwertigen Funktionen ersetzen.<\/p>\n<h3>Sensibilisierung der internen Stakeholder<\/h3>\n<p>Schlie\u00dflich ist es wichtig, die internen Kunden f\u00fcr die nachhaltige Beschaffungspolitik zu sensibilisieren, insbesondere wenn es sich um indirekte Eink\u00e4ufe handelt. In dieser Hinsicht kann es interessant sein, die Umweltleistung der Produkte in elektronischen Katalogen hervorzuheben (<i>Punch-out<\/i>-Kataloge).<\/p>\n<p>Ganz gleich, ob es sich um vertragliche Hinweise, Optimierungsvorhaben oder interne Kommunikation handelt, all dies sind Hebel, um den Verbrauch auf ein umweltfreundlicheres Angebot zu lenken, wobei man sich auf die LCA st\u00fctzt.<\/p>\n<p>Sie sehen also: Die LCA bietet Unternehmen einen systemischen und ganzheitlichen Ansatz zur Bewertung der Umweltleistung ihrer Produkte und Dienstleistungen. Wenn die Unternehmen dieses grundlegende Konzept beherrschen, sind sie in der Lage, den \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck ihrer Einkaufsstrategie im Dienste der nachhaltigen Entwicklung zu verringern.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um sich von der Konkurrenz abzuheben, bem\u00fchen sich Organisationen, ihre Umweltauswirkungen zu verringern und gleichzeitig ihre wirtschaftliche Leistung zu steigern. Dazu bedarf es insbesondere des Zugangs zu verl\u00e4sslichen und transparenten Daten, um fundierte Entscheidungen treffen zu k\u00f6nnen. Vor diesem Hintergrund ist die Lebenszyklusanalyse (LCA) ein wichtiges Instrument zur Bewertung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen w\u00e4hrend ihres gesamten Lebenszyklus. Viele&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":73481,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-72548","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachhaltiger-arbeitsplatz"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72548","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72548"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72548\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":74095,"href":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72548\/revisions\/74095"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/73481"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72548"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72548"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72548"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}