{"id":73974,"date":"2026-01-14T12:00:32","date_gmt":"2026-01-14T12:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/?p=73974"},"modified":"2026-02-09T13:00:24","modified_gmt":"2026-02-09T13:00:24","slug":"zwei-dekarbonisierungshebel-fur-eine-nachhaltigere-beschaffung-und-ein-leistungsfahigeres-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.manutan.de\/blog\/nachhaltiger-arbeitsplatz\/zwei-dekarbonisierungshebel-fur-eine-nachhaltigere-beschaffung-und-ein-leistungsfahigeres-unternehmen\/","title":{"rendered":"Zwei Dekarbonisierungshebel f\u00fcr eine nachhaltigere Beschaffung und ein leistungsf\u00e4higeres Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-73975\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/A00343.png\" alt=\"\" width=\"717\" height=\"478\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/A00343.png 717w, \/wp-content\/uploads\/2026\/02\/A00343-300x200.png 300w\" sizes=\"(max-width: 717px) 100vw, 717px\" \/><\/p>\n<p>Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels verpflichten sich immer mehr Organisationen \u2013 unabh\u00e4ngig von Branche und T\u00e4tigkeitsfeld \u2013 zur Erreichung der Klimaneutralit\u00e4t. In diesem Kontext ist jeder Akteur gefordert, seine Treibhausgasemissionen zu messen und schrittweise zu reduzieren, unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um Scope-1-, Scope-2- oder Scope-3-Emissionen handelt. Die Einkaufsfunktion nimmt dabei eine Schl\u00fcsselrolle in jeder Phase dieses Prozesses ein. Sowohl das aktive Einbinden der Lieferanten als auch die Auswahl der beschafften Produkte und Dienstleistungen stellen zwei besonders wirkungsvolle Dekarbonisierungshebel dar.<\/p>\n<h2>Erster Dekarbonisierungshebel: die Lieferanten<\/h2>\n<p>Auf Ebene der Einkaufsorganisationen setzt der erste Dekarbonisierungshebel bei den Lieferanten an, um insbesondere auf Scope-2- und Scope-3-Emissionen einzuwirken. Ziel ist es, Lieferanten in ein gemeinsames Engagement zur Reduzierung der CO\u2082-Emissionen einzubinden. Dabei geht es nicht darum, ihnen eine eigene Dekarbonisierungsvision aufzuzwingen, sondern gemeinsam praktikable L\u00f6sungen zu entwickeln, die die Treibhausgasemissionen nachhaltig senken \u2013 im Sinne einer partnerschaftlichen Begleitung.<\/p>\n<h4>Fokus auf Scope 2 und Scope 3<\/h4>\n<p>Scope 2 umfasst indirekte energiebezogene Emissionen, insbesondere aus der Erzeugung von Strom, der vom Unternehmen eingekauft und verbraucht wird, sowie aus dem Verbrauch von Dampf, W\u00e4rme oder K\u00e4lte.<\/p>\n<p>Scope 3 beinhaltet alle weiteren indirekten Emissionen. Dazu z\u00e4hlen Treibhausgasemissionen, die aus den Aktivit\u00e4ten eines Unternehmens resultieren, jedoch aus Quellen stammen, die von anderen Unternehmen kontrolliert werden. Es handelt sich somit um \u201eimportierte\u201c Emissionen, die \u00fcberwiegend von Lieferanten verursacht werden.<\/p>\n<h3>Eine kollaborative Vorgehensweise etablieren<\/h3>\n<p>Zun\u00e4chst gilt es, die eigenen Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen mit den Lieferanten zu teilen, um sie zur aktiven Mitwirkung zu motivieren. Dies bildet die Grundlage f\u00fcr eine gemeinsame Weiterentwicklung und erfordert eine klare, verst\u00e4ndliche Kommunikation.<\/p>\n<p>In einem zweiten Schritt k\u00f6nnen Unternehmen ihren Lieferanten Ressourcen wie Leitf\u00e4den, Schulungen oder Webinare sowie geeignete Tools (Softwarel\u00f6sungen, Berechnungssysteme usw.) zur Verf\u00fcgung stellen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen Netzwerktreffen mit anderen Lieferanten organisiert werden, um den Austausch bew\u00e4hrter Praktiken zu f\u00f6rdern und voneinander zu lernen.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend k\u00f6nnen Unternehmen gemeinsam mit ihren Lieferanten konkrete Ma\u00dfnahmenpl\u00e4ne zur Reduzierung der CO\u2082-Auswirkungen entwickeln. Dabei werden priorit\u00e4re Projekte, Zielsetzungen und die zugeh\u00f6rigen Leistungskennzahlen (KPIs) definiert.<\/p>\n<h3>CO\u2082-Kriterien in Ausschreibungen integrieren<\/h3>\n<p>Im Rahmen von Ausschreibungen k\u00f6nnen zudem Umwelt- und Klimakriterien ber\u00fccksichtigt werden. Dazu geh\u00f6rt beispielsweise die Anforderung einer CO\u2082-Bilanz oder von Angaben zu den Treibhausgasemissionen der angebotenen Leistungen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, den Aufwand f\u00fcr die Anbieter m\u00f6glichst gering zu halten und gleichzeitig Transparenz sicherzustellen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen Lieferanten bevorzugt werden, die bereits belastbare Nachweise ihrer Klimaschutzma\u00dfnahmen vorlegen, etwa durch die internationale Norm ISO 14064 f\u00fcr Treibhausgase oder eine Offenlegung \u00fcber das CDP.<\/p>\n<p>In bestimmten Beschaffungsprojekten kann auch die Lebenszyklusanalyse (LCA) oder die Lebenszykluskostenrechnung (LCC) integriert werden. Dadurch lassen sich entweder die Umweltauswirkungen eines Produkts oder \u2013 erg\u00e4nzend zu den direkten Kosten \u2013 die indirekten Kosten externer Umweltwirkungen bewerten.<\/p>\n<h3>Anstrengungen b\u00fcndeln<\/h3>\n<p>Diese Vorgehensweisen sind f\u00fcr Lieferanten h\u00e4ufig mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden \u2013 insbesondere, da immer mehr Unternehmen schrittweise vergleichbare Anforderungen formulieren. Daher kann es sinnvoll sein, sich mit anderen Auftraggebern abzustimmen, die mit denselben Lieferanten zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Ziel ist es, innerhalb gemeinsamer \u00d6kosysteme Ressourcen wie Tools, Daten oder Methoden zu b\u00fcndeln. Solche Kooperationen und Konsortien tragen dazu bei, langfristig verantwortungsvolle und nachhaltige Wertsch\u00f6pfungsketten aufzubauen.<\/p>\n<h2>Zweiter Dekarbonisierungshebel: die Produkte<\/h2>\n<p>Der zweite Dekarbonisierungshebel, der den Einkaufsabteilungen zur Verf\u00fcgung steht, betrifft direkt die beschafften Produkte und Dienstleistungen. Denn selbst wenn ein Lieferant in eine Dekarbonisierungsstrategie eingebunden ist, bedeutet dies nicht zwangsl\u00e4ufig, dass seine Produkte oder Services bereits CO\u2082-arm sind. Ziel ist es daher, den Verbrauch insgesamt zu reduzieren, um weniger einzukaufen, oder bewusst auf <a href=\"https:\/\/www.manutan.de\/de\/oid\/nachhaltige-produkte#productBeginIndex:0&amp;orderBy:0&amp;\">nachhaltigere Produkte<\/a> und Dienstleistungen zu setzen, um besser einzukaufen.<\/p>\n<h3>Den tats\u00e4chlichen Bedarf hinterfragen<\/h3>\n<p>Jede Dekarbonisierungsstrategie erfordert eine tiefgehende Analyse der urspr\u00fcnglichen Bedarfe. In diesem Zusammenhang erweist sich das \u00d6kodesign als besonders wirkungsvoller Ansatz: Sch\u00e4tzungen zufolge werden rund 80 % der Umweltauswirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung bereits in der Design- und Entwicklungsphase festgelegt.<\/p>\n<p>Die Einkaufsfunktion spielt hierbei eine zentrale Rolle, indem sie Lieferanten, Materialien, Liefermodalit\u00e4ten und weitere Kriterien anhand ihres CO\u2082-Fu\u00dfabdrucks vergleicht. Parallel dazu ist auch die Zusammenarbeit mit internen Bedarfstr\u00e4gern entscheidend. Bereits bei der Definition des Bedarfs sollten Einkaufsabteilungen gemeinsam mit den Fachbereichen die Anforderungen hinterfragen und gezielt auf eine Reduzierung der CO\u2082-Emissionen hinwirken.<\/p>\n<h3>Das Beschaffungsverhalten ver\u00e4ndern<\/h3>\n<p>Heute stehen zahlreiche Optionen zur Verf\u00fcgung, um den CO\u2082-Fu\u00dfabdruck beschaffter Produkte und Dienstleistungen zu senken. Die Kreislaufwirtschaft gilt dabei als eine der zentralen L\u00f6sungsans\u00e4tze. Einkaufsabteilungen k\u00f6nnen beispielsweise verst\u00e4rkt auf general\u00fcberholte Produkte setzen, die zuverl\u00e4ssig, sicher und leistungsf\u00e4hig sind. Dieser Markt w\u00e4chst stetig und umfasst inzwischen ein breites Produktspektrum \u2013 von IT- und Elektronikger\u00e4ten \u00fcber Fahrzeuge bis hin zu B\u00fcrom\u00f6beln.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus bietet die sogenannte \u201eNutzungs\u00f6konomie\u201c (Economy of Functionality) eine Alternative zum klassischen Eigentumserwerb. Dabei wird nicht das Produkt selbst gekauft, sondern dessen Nutzung \u2013 etwa bei Beleuchtungssystemen oder Transportl\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich entwickeln einige Anbieter Bewertungssysteme, die den \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck ihrer Produkte transparent darstellen. Solche Systeme unterst\u00fctzen Einkaufsabteilungen und interne Kunden dabei, ihre Entscheidungen gezielt auf Optionen mit geringerer Umweltbelastung auszurichten.<\/p>\n<p>Wie deutlich wird, k\u00f6nnen Unternehmen ihre Klimaneutralit\u00e4tsziele ohne eine aktive Einbindung der Einkaufsfunktion nicht erreichen. Diese Transformation erfordert einen kollektiven Ansatz, der von der Unternehmensleitung getragen und gemeinsam mit den Fachbereichen und Lieferanten umgesetzt wird. Neben dem Beitrag zur \u00f6kologischen und energetischen Transformation bietet die Dekarbonisierung zudem die Chance, sich klar am Markt zu differenzieren und einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil f\u00fcr das gesamte \u00d6kosystem zu erzielen.<\/p>\n<h4>Fokus auf die Energiewende<\/h4>\n<p>Die zentralen Hebel einer Dekarbonisierungsroadmap f\u00fcr Unternehmen sind eng mit der Energiewende und der CO\u2082-Kompensation verkn\u00fcpft. Aus diesem Grund setzen Unternehmen h\u00e4ufig zun\u00e4chst auf Energieeinsparung, Energieeffizienz sowie eine Neuausrichtung des Energiemixes, indem fossile Energietr\u00e4ger schrittweise durch erneuerbare Energien ersetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels verpflichten sich immer mehr Organisationen \u2013 unabh\u00e4ngig von Branche und T\u00e4tigkeitsfeld \u2013 zur Erreichung der Klimaneutralit\u00e4t. 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