Vorschriften und Sicherheit beim Arbeiten bei Hitze

Die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit während großer Hitze oder einer Hitzewelle kann die Gesundheit und Sicherheit von Beschäftigten erheblich gefährden. Deshalb müssen gesetzliche Vorschriften, Arbeitnehmerrechte und Schutzmaßnahmen eingehalten werden, um sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.

Egal, ob Sie Arbeitnehmer oder Arbeitgeber sind – Manutan gibt Ihnen einen Überblick über Ihre Rechte und Pflichten.

Arbeiten bei Hitze: Welche Höchsttemperatur gilt am Arbeitsplatz?

Das französische Arbeitsgesetzbuch legt keine maximale Temperatur fest, ab der Beschäftigte ihre Tätigkeit einstellen müssen.

Dennoch gehört das Recht auf sichere und gesunde Arbeitsbedingungen zu den grundlegenden Pflichten des Arbeitgebers. Um die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten zu schützen, verpflichtet das Gesetz Arbeitgeber dazu, geeignete Maßnahmen gegen hohe Temperaturen am Arbeitsplatz zu ergreifen (Artikel L4121-1 des französischen Arbeitsgesetzbuchs).

Darüber hinaus weist das Institut National de Recherche et de Sécurité (INRS) darauf hin, dass bei sitzenden Tätigkeiten Temperaturen über 30 °C bereits ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Für körperlich belastende Tätigkeiten liegt dieser Grenzwert bereits bei 28 °C.

Zusätzlich empfiehlt die Caisse Nationale de l’Assurance Maladie (CNAM) die Räumung von Arbeitsräumen, wenn die Raumtemperatur 34 °C oder mehr erreicht.

Vorschriften bei großer Hitze am Arbeitsplatz: Welche Pflichten hat der Arbeitgeber?

Bei hohen Temperaturen ist der Arbeitgeber verpflichtet, Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit seiner Beschäftigten zu treffen.

Verpflichtende Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und zur Gewährleistung sicherer Arbeitsbedingungen

  • Bereitstellung von frischem Trinkwasser für alle Beschäftigten (Artikel R. 4225-2 des französischen Arbeitsgesetzbuchs);
  • Ausreichende Belüftung und regelmäßiger Luftaustausch in geschlossenen Arbeitsräumen (Artikel R. 4222-1 des französischen Arbeitsgesetzbuchs);
  • Umsetzung der Empfehlungen des nationalen Hitzeschutzplans (Plan National Canicule).

Verpflichtende Maßnahmen für Beschäftigte im Freien

  • Tägliche Bereitstellung von mindestens drei Litern frischem Trinkwasser pro Beschäftigten;
  • Einrichtung von Arbeitsplätzen und Pausenbereichen, die an hohe Temperaturen angepasst sind.

Hitzewelle am Arbeitsplatz: Welche zusätzlichen Maßnahmen schützen die Gesundheit der Beschäftigten?

Auch wenn sie gesetzlich nicht vorgeschrieben sind, empfiehlt das Institut National de Recherche et de Sécurité (INRS) eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen, um die Auswirkungen hoher Temperaturen am Arbeitsplatz zu begrenzen.

Folgende Maßnahmen tragen dazu bei, Gesundheitsrisiken zu reduzieren und das Wohlbefinden der Beschäftigten zu schützen:

  • Arbeitszeiten an die kühleren Tageszeiten anpassen;
  • Beschäftigte über die Symptome eines Hitzeschlags informieren und für Warnsignale sensibilisieren;
  • Das Arbeitstempo reduzieren;
  • Die Mittagspause verlängern oder zusätzliche Pausen einführen;
  • Nicht unbedingt benötigte elektrische Geräte ausschalten, um zusätzliche Wärmequellen zu vermeiden;
  • Teilweise oder vollständige Telearbeit ermöglichen;
  • Die Dauer der Hitzeexposition während der Arbeitszeit begrenzen;
  • Körperlich anstrengende Tätigkeiten reduzieren oder auf kühlere Tageszeiten verschieben;
  • Alleinarbeit vermeiden, damit sich Beschäftigte bei gesundheitlichen Problemen gegenseitig unterstützen können;
  • Besonders auf die Gesundheit und Arbeitsbedingungen junger Beschäftigter achten.

Extreme Hitze am Arbeitsplatz: Kann das Recht auf Arbeitsverweigerung ausgeübt werden?

Werden die oben genannten Schutzmaßnahmen nicht umgesetzt oder bleiben die Temperaturen unzumutbar hoch, können Beschäftigte jederzeit ihr Recht auf Arbeitsverweigerung (Zurückbehaltungsrecht bei ernsthafter Gefahr) ausüben.

Besteht eine ernsthafte Gefahr für Gesundheit oder Sicherheit, dürfen Beschäftigte ihre Arbeit einstellen und den Arbeitsplatz verlassen. In diesem Fall dürfen ihnen weder Gehaltskürzungen noch disziplinarische Maßnahmen entstehen.

Da dieses Recht je nach Branche und Tätigkeit unterschiedlich bewertet wird, erfolgt die Beurteilung in der Regel einzelfallbezogen.

So kann beispielsweise ein Beschäftigter im Baugewerbe, dessen Arbeitgeber weder Trinkwasser noch geeignete Aufenthalts- oder Ruheräume bereitstellt, sein Recht auf Arbeitsverweigerung geltend machen und den Arbeitsplatz ohne arbeitsrechtliche Konsequenzen verlassen.

Ein Rettungsschwimmer hingegen, der über einen schattigen Beobachtungsposten sowie ausreichend Trinkwasser verfügt, kann seine Tätigkeit auch bei sehr hohen Temperaturen weiterhin ausüben.

Sehr hohe Temperaturen am Arbeitsplatz: Welche Symptome dürfen nicht ignoriert werden?

Große Hitze oder Hitzewellen am Arbeitsplatz können erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringen.

Folgende Beschwerden sind häufig erste Warnzeichen einer Überhitzung:

  • Kopfschmerzen;
  • Schwindel;
  • starkes Schwitzen;
  • Übelkeit;
  • Muskelkrämpfe.

Diese Symptome können Vorboten schwerwiegender gesundheitlicher Probleme wie Hitzschlag oder Dehydrierung sein.

Darüber hinaus erschweren sie die sichere Ausführung von Arbeitsaufgaben und erhöhen das Risiko von Arbeitsunfällen erheblich.

Treten diese Symptome auf, sollten Sie unverzüglich Ihre Vorgesetzten informieren und – sofern erforderlich – Ihr Recht auf Arbeitsverweigerung wahrnehmen, um den Arbeitsplatz schnellstmöglich zu verlassen.

Hitzewelle und hohe Temperaturen am Arbeitsplatz: Welches Verhalten wird empfohlen?

Um gesundheitliche Beschwerden durch Hitze am Arbeitsplatz möglichst zu vermeiden, sollten Beschäftigte folgende Empfehlungen beachten:

  • Regelmäßig und ausreichend Wasser trinken;
  • Sich möglichst in schattigen oder klimatisierten Bereichen aufhalten;
  • Leichte und der Witterung angepasste Kleidung tragen;
  • Nacken und Kleidung regelmäßig mit Wasser befeuchten;
  • Leichte Mahlzeiten bevorzugen.

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