Hyperautomatisierung: Der Weg zu operativer Exzellenz im Einkauf und in der Supply Chain

Hyperautomatisierung industrialisiert die End-to-End-Automatisierung von Geschäftsprozessen, indem sie verschiedene Technologien wie RPA, Künstliche Intelligenz (KI), OCR und Natural Language Processing (NLP) miteinander kombiniert. Dadurch werden Prozesse beschleunigt, Abläufe zuverlässiger gestaltet und Kosten nachhaltig reduziert. Für Einkauf und Supply Chain eröffnet sich so ein leistungsstarker Hebel zur Steigerung der Performance – vom Lieferantenmanagement bis hin zur Logistiksteuerung.

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist Hyperautomatisierung?
  • Welche Schlüsseltechnologien bilden die Grundlage der Hyperautomatisierung?
  • Wie funktioniert Hyperautomatisierung?
  • Welche Anwendungsfälle gibt es für Hyperautomatisierung?

In Unternehmen ist Automatisierung heute unverzichtbar, um Effizienz, Produktivität und Präzision zu steigern. Mit der Hyperautomatisierung erreicht diese Entwicklung eine neue Dimension.

Dieser strategische Technologietrend kombiniert verschiedene Technologien – darunter Robotic Process Automation (RPA), Künstliche Intelligenz (KI), Optical Character Recognition (OCR) und Natural Language Processing (NLP) –, um möglichst alle automatisierbaren Prozesse innerhalb eines Unternehmens zu digitalisieren.

Im Einkauf eröffnet Hyperautomatisierung den Weg zu einem weitgehend autonomen E-Procurement. Bestellungen können automatisch ausgelöst, Lieferantendaten analysiert und der gesamte Procure-to-Pay-Prozess ohne manuelle Eingriffe gesteuert werden.

Was ist Hyperautomatisierung?

Der Begriff Hyperautomatisierung wurde vom Marktforschungsunternehmen Gartner geprägt.

Gartner definiert Hyperautomatisierung als: „Einen strukturierten, an den Geschäftszielen ausgerichteten Ansatz, der Unternehmen dabei unterstützt, möglichst viele Geschäfts- und IT-Prozesse schnell zu identifizieren, zu bewerten und zu automatisieren. Dies geschieht durch das koordinierte Zusammenspiel verschiedener Technologien, Werkzeuge und Plattformen, darunter Künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning, ereignisgesteuerte Softwarearchitekturen, Robotic Process Automation (RPA), Business Process Management (BPM), Intelligent Business Process Management Suites (iBPMS), Integration Platform as a Service (iPaaS), Low-Code-/No-Code-Plattformen, Standardsoftware sowie weitere Lösungen zur Automatisierung von Entscheidungen, Prozessen und Aufgaben.“

Während sich klassische Automatisierung meist auf einzelne, klar definierte Prozesse konzentriert, kombiniert Hyperautomatisierung verschiedene Technologien, um komplexe Geschäftsprozesse durchgängig von Anfang bis Ende zu automatisieren.

Ziel ist es, eine unternehmensweite Automatisierungsarchitektur zu schaffen, die Prozesse ganzheitlich miteinander verbindet.

Die Vorteile sind erheblich:

  • Geschäftsprozesse werden standardisiert und optimiert.
  • Manuelle und repetitive Tätigkeiten werden schneller, effizienter und fehlerärmer ausgeführt.
  • Produktivität und Qualität steigen.
  • Betriebskosten werden reduziert.
  • Die Employee Experience verbessert sich nachhaltig.

Gerade in den Bereichen Einkauf und Supply Chain, die ein besonders hohes Automatisierungspotenzial besitzen, gewinnt dieser Ansatz zunehmend an Bedeutung.

Quentin Burès, Leiter Customer Data innerhalb der Manutan Gruppe, erklärt: „Man muss sich bewusst machen, dass Einkäufer heute noch immer fast drei Viertel ihrer Arbeitszeit für rein transaktionale oder operative Tätigkeiten aufwenden. Deshalb ist es unerlässlich, Strategien zur Standardisierung und Automatisierung einzuführen, um effizienter zu arbeiten und sich langfristig stärker auf strategische Aufgaben konzentrieren zu können.“

Welche Schlüsseltechnologien bilden die Grundlage der Hyperautomatisierung?

Hyperautomatisierung basiert auf einer Kombination leistungsfähiger Technologien, darunter Process Mining, Robotic Process Automation (RPA), Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML), Optical Character Recognition (OCR) sowie Natural Language Processing (NLP).

Process Mining

Process Mining visualisiert und analysiert Unternehmensprozesse auf Grundlage realer Prozessdaten.
Dadurch werden Ineffizienzen, Engpässe und Optimierungspotenziale sichtbar, sodass Unternehmen Prioritäten für ihre Hyperautomatisierungsprojekte festlegen können.

Robotic Process Automation (RPA)

Die Robotic Process Automation (RPA) nutzt Software-Roboter, die standardisierte Prozesse anhand klar definierter Regeln automatisiert ausführen.
Sie bildet häufig den ersten Baustein eines Hyperautomatisierungsprojekts.

Künstliche Intelligenz und Machine Learning

Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) ermöglichen es Systemen, aus Daten zu lernen, Ergebnisse vorherzusagen und eigenständig Entscheidungen zu treffen.
Sie erweitern die Möglichkeiten der RPA und machen es möglich, komplexe sowie unstrukturierte Prozesse zu automatisieren.

Optical Character Recognition (OCR)

Die Optical Character Recognition (OCR) wandelt gescannte Dokumente in strukturierte Textdaten um.
Dadurch werden bislang nicht digitale Informationen für die Hyperautomatisierung nutzbar gemacht, indem relevante Daten automatisch extrahiert werden.

Natural Language Processing (NLP)

Natural Language Processing (NLP) ermöglicht es Computern, menschliche Sprache zu verstehen, zu analysieren und selbst zu erzeugen.
Dadurch lässt sich Hyperautomatisierung auch auf unstrukturierte Inhalte wie E-Mails, Verträge oder Berichte ausweiten.

Wie funktioniert Hyperautomatisierung?

Für die erfolgreiche Einführung der Hyperautomatisierung ist ein strukturierter Ansatz erforderlich. Dieser basiert auf drei zentralen Phasen: der Analyse der Prozesse, der Implementierung geeigneter Technologien und der kontinuierlichen Überwachung.

Schritt 1: Prozesse analysieren

Der erste Schritt besteht darin, mithilfe von Process Mining diejenigen Geschäftsprozesse zu identifizieren und zu priorisieren, die sich für eine Automatisierung eignen.

Besonders geeignet sind Prozesse, die:

  • zeitaufwendig sind,
  • regelmäßig wiederkehren,
  • auf klar definierten Regeln basieren,
  • hohe manuelle Aufwände verursachen.

Dadurch können Unternehmen die größten Effizienzpotenziale gezielt erschließen.

E-Procurement mit Manutan

Im Einkauf bietet insbesondere der Procure-to-Pay-Prozess ein enormes Automatisierungspotenzial. Je nach Prozessschritt lassen sich laut Studien zwischen 77 % und 93 % der Tätigkeiten automatisieren.

E-Procurement-Lösungen bilden daher den idealen Ausgangspunkt für den Einstieg in die Hyperautomatisierung.

Bei Manutan können wir unsere Lösungen innerhalb kürzester Zeit mit nahezu allen gängigen E-Procurement-Marktplätzen verbinden.

Schritt 2: Die passenden Lösungen implementieren

Im zweiten Schritt werden die geeigneten Technologien ausgewählt und implementiert.

Je nach Anwendungsfall kann es sinnvoll sein, mehrere Technologien miteinander zu kombinieren:

  • RPA zur Automatisierung standardisierter manueller Aufgaben,
  • Künstliche Intelligenz zur Unterstützung komplexer Entscheidungen,
  • OCR zur automatischen Verarbeitung von Dokumenten,
  • NLP zur Analyse unstrukturierter Informationen.

Erst das Zusammenspiel dieser Technologien ermöglicht eine durchgängige Hyperautomatisierung.

Schritt 3: Kontinuierlich überwachen und optimieren

Nach der Einführung müssen die automatisierten Prozesse kontinuierlich überwacht werden.

Business-Process-Management-Lösungen (BPM) kontrollieren anhand definierter Leistungskennzahlen permanent die Prozessausführung.

Dadurch lassen sich mögliche Engpässe oder Fehler frühzeitig erkennen und Optimierungspotenziale kontinuierlich ausschöpfen.

Welche Anwendungsfälle bietet die Hyperautomatisierung?

Gerade in Supply Chain und Einkauf eröffnet die Hyperautomatisierung zahlreiche Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung.

Von der Verwaltung des gesamten Lieferantenlebenszyklus bis hin zur Sendungsverfolgung lassen sich zahlreiche Prozesse intelligent automatisieren.

Lieferantenmanagement

Der gesamte Supplier Lifecycle lässt sich weitgehend automatisieren.

Anhand definierter Leistungs- und Compliance-Kennzahlen können intelligente Systeme Lieferanten kontinuierlich bewerten und bei Bedarf automatisch geeignete Korrekturmaßnahmen einleiten.

Dadurch werden Risiken frühzeitig erkannt und die Lieferantenleistung dauerhaft verbessert.

Ausgaben optimieren

Hyperautomatisierung verbessert auch das Spend Management erheblich.

Auf Basis umfassender Markt- und Ausgabenanalysen können intelligente Lösungen Beschaffungsstrategien empfehlen, die weit über eine reine Kostenoptimierung hinausgehen und den Fokus auf nachhaltige Wertschöpfung legen.

Bedarfsplanung

Durch die kontinuierliche Erfassung und Analyse von Daten können intelligente Systeme den zukünftigen Bedarf zuverlässig prognostizieren.

Bestände werden automatisch aktualisiert und an den tatsächlichen Bedarf angepasst.

Diese vorausschauende, datenbasierte Steuerung erleichtert die Planung und hilft dabei, Lieferengpässe oder Fehlbestände frühzeitig zu vermeiden.

Sendungsverfolgung und Lieferung

Hyperautomatisierung ermöglicht eine präzise Vorhersage von Lieferzeiten.

Systeme können Kunden automatisch über Verzögerungen informieren und gleichzeitig die Routenplanung von Fahrzeugflotten anhand von Echtzeit-Verkehrsdaten optimieren.

Dadurch steigen sowohl die Lieferqualität als auch die Effizienz der Logistik.

Hyperautomatisierung unterstützt Unternehmen dabei, ihre Prozesse effizienter, agiler und qualitativ hochwertiger zu gestalten.

Gleichzeitig entwickelt sich dieser Ansatz kontinuierlich weiter – im gleichen Tempo wie die zugrunde liegenden Technologien.

Für Unternehmen markiert Hyperautomatisierung den Beginn einer neuen Ära, in der intelligente Automatisierung entscheidend dazu beiträgt, langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

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